College-Tennisspielerin Linn Goerdes in Aktion während eines Doppelspiels

4 Häufige Fehler im Rekrutierungsprozess

Tennisspielerin Linn Goerdes gibt Einblicke in den College Rekrutierungsprozess und die häufigsten Missverständnisse

Tennisspielerin Linn Goerdes berichtet über ihre Erfahrungen in der College Rekrutierung. Erfahre, welche Missverständnisse viele Athleten haben, von Divisionen über Noten bis hin zu Timing und Formalitäten und erhalte Tipps für deinen Weg in den College-Sport.

Ein Sportstipendium in den USA zu erhalten, beginnt mit dem Rekrutierungsprozess. Diese Reise kann mehrere Monate oder sogar Jahre dauern, wenn man vollständig vorbereitet sein möchte. Athleten bauen ihr Profil auf, treten in Kontakt mit College-Coaches und erledigen alle Formalitäten, die für ein Studium und das Spielen im Ausland notwendig sind. 

Viele junge Athleten starten diesen Prozess mit bestimmten falschen Vorstellungen darüber, wie Rekrutierung funktioniert. Um hier etwas Klarheit zu schaffen, haben wir mit Linn Goerdes, einer erfolgreichen Tennisspielerin an der University of North Georgia, gesprochen. Linn erhielt ihr Tennisstipendium dank ihrer Erfolge auf dem Platz, darunter nationale Turniersiege in Deutschland und Teilnahmen an internationalen WTA-Events. 

Während des Keystone Sports College Tennis Showcase hatten wir die Gelegenheit, mit Linn über ihre Erfahrungen im College Rekrutierungsprozess zu sprechen. Dabei teilte sie die häufigsten Missverständnisse, die viele junge Athleten haben. 

Häufige Missverständnisse: 

  • „Es geht nur um die Division“ – Erfolg gibt es nicht nur an Division I Universitäten. 
  • „Der Rekrutierungsprozess ist einfach“ – Er ist komplexer, als nur ein paar E-Mails zu verschicken. 
  • „Talent reicht aus“ – Akademische Leistungen, Disziplin und Einstellung sind ebenso entscheidend. 
  • „Keine Angebote heißt, ich bin nicht gut genug“ – Timing und Geduld sind der Schlüssel. 

1. „Es geht nur um die Division“

College-Sport ist in den USA in drei Hauptverbände organisiert: NCAA, NAIA und NJCAA. Jeder Verband hat eigene Divisionen, die sich nach der Größe, Finanzierung und dem Wettbewerbsniveau der Universitäten unterscheiden. Mit über 1.000 NCAA-Mitgliedsuniversitäten in allen Divisionen gibt es eine breite Auswahl, abhängig von den eigenen Zielen und Prioritäten. 

Viele Athleten glauben, dass der einzige Weg zum Erfolg über eine Division I Universität führt. Linn dachte anfangs genauso, doch als sie sich intensiver mit College-Sport beschäftigte, wurde ihr klar, dass diese Fokussierung ein Missverständnis ist. Entscheidend ist nicht die Division, sondern die passende Universität für dich. 

„Am Anfang war ich überzeugt, dass ich an eine große Division I Universität gehe, ich dachte, das sei einfach. Ich wollte immer nach Harvard und dachte, dass ich das schaffen würde, weil ich akademisch gut war. Dann habe ich gemerkt, dass es extrem schwer ist, in diese Ivy-League Unis zu kommen. Die größte Überraschung war zu erfahren, dass es so viele andere Universitäten gibt. 

Der Unterschied zwischen manchen DI und D2 Unis ist gar nicht so groß. Meine Uni ist D2 und wir sind auf Platz drei landesweit. Manche DI-Unis, mit denen ich gesprochen habe, waren gar nicht gerankt und ich wusste, dass ich bei nationalen Meisterschaften spielen wollte. Wenn man sich die Kader anschaut, sieht man, dass DI und D2 Spieler oft denselben UTR haben. 

Viele Leute, mit denen ich gesprochen habe, wollen unbedingt nur DI gehen, egal, wie gut die Uni ist. Ich finde, man sollte sich mehr die Rankings anschauen und auch überlegen, wie man sich an der Uni fühlt.“ 

College-Tennisspielerin Linn Goerdes in Aktion während eines Doppelspiels

2. „Der Rekrutierungsprozess ist einfach; das kann ich alleine“

Viele Athleten nehmen an, der Rekrutierungsprozess sei schnell und unkompliziert. Doch ohne die richtige Unterstützung kann er sehr herausfordernd werden. Bewerbungen, Formalitäten, Anforderungen und Zulassungsregeln sind für Familien oft schwer alleine zu bewältigen. Deshalb ist es so wichtig, fachkundige Begleitung zu haben, um sicherzugehen, dass man an der richtigen Universität landet und spielberechtigt bleibt. 

„Ehrlich gesagt dachte ich, der Prozess wäre viel leichter. Ich stellte mir vor, dass man einfach Coaches anschreibt, ein paar E-Mails verschickt, und dann mögen sie dich oder eben nicht. Ich dachte wirklich, dass ich das alles alleine schaffe. 

Am meisten überrascht hat mich aber der Papierkram, Dinge wie das Beantragen des Visums und das Übersetzen von Zeugnissen. Ich hätte nie gedacht, dass das so schwer ist, und ehrlich: Ohne die Hilfe von Keystone Sports hätte ich das nicht geschafft. 

An meiner internationalen Schule hatte ich sogar Probleme mit Credit Hours und Übersetzungen. Ich hätte nicht gewusst, wo ich hingehen oder wie ich es alleine machen sollte. Deshalb war ich echt froh, dass ich Unterstützung hatte.“ 

Reisepass und Boardingpass

3. „Rekrutierung geht nur über Talent“

Ein weiteres Missverständnis, das Linn nennt: Rekrutierung basiert allein auf sportlichen Leistungen. Natürlich sind Tennis-Ergebnisse wichtig, doch Coaches achten ebenso auf Noten und Disziplin. 

Ohne bestimmte schulische Mindestanforderungen ist der Zugang zu einigen Universitäten oder Divisionen gar nicht möglich. Wusstest du? Um für NCAA Division I spielberechtigt zu sein, müssen Student-Athletes mindestens einen GPA von 2,3 haben. Für Division II liegt die Mindestanforderung bei 2,2. Diese akademischen Standards sind genauso entscheidend wie sportliche Resultate. 

„Akademische Leistungen waren für mich extrem wichtig, vor allem, weil ich Pre-Med studieren wollte. Ich musste zwar nicht den SAT machen, aber den Accuplacer-Test, eine Art Ersatzprüfung. Dafür braucht man eine bestimmte Punktzahl, um ins Studienfach oder überhaupt an die Uni aufgenommen zu werden. 

Das war schwierig für mich, selbst mit einem 4.0 GPA und einem bereits sicheren Stipendium. Zum Beispiel war meine Note in Mathe nicht so gut, und deshalb musste ich im ersten Jahr einen Grundlagenkurs belegen. 

Coaches achten sehr auf schulische Leistungen, sie wollen sehen, wie diszipliniert du bist. Außerdem gibt es NCAA-Regeln, die einen Mindest-GPA vorschreiben. Meine Coaches an der Uni haben sehr darauf geachtet, dass wir gute Noten haben und den Unterricht besuchen. Ich erinnere mich an eine Teamkollegin, die eine Aufgabe nicht abgegeben hat, sie musste dann zehn Meilen laufen, anstatt zu trainieren. Also ja, schulische Leistungen sind definitiv wichtig für Coaches.“ 

4. „Keine Angebote heißt, ich bin nicht gut genug“

Linn betont, wie wichtig das richtige Timing im Rekrutierungsprozess ist. Keystone Sports-Experten begleiten Athleten durch den gesamten Prozess, sodass man weiß, was einen in jeder Phase erwartet. Ihr Rat an jüngere Spieler: Keine Panik, vertraut dem Prozess und habt Geduld. Es wird immer Angebote geben. 

„Die Phase, in der man noch keine Angebote bekommt, war für mich echt schwer. Ich meine, ich habe mein ganzes Leben dem Tennis gewidmet, und dann kamen erst einmal keine Angebote. Ich dachte mir: Habe ich mein Leben diesem Sport gewidmet, und jetzt will mich niemand? Warum gefällt denen mein Video nicht? Ist mein Ranking zu schlecht? Ich fing an, an mir zu zweifeln. 

Aber als ich dann mit meinem Keystone Sports Agenten sprach, meinte er: Es ist okay. Er hat mich beruhigt und gesagt, dass ich sehr früh dran bin. Manche Spieler sagen erst einen Monat vorher zu und ich war noch ein Jahr im Voraus. Ab da habe ich das Ganze entspannter und geduldiger genommen. 

Und dann, von einem Tag auf den anderen, kamen plötzlich alle Angebote. Mein Agent hat mir immer wieder gezeigt, dass es weder zu spät noch zu früh ist, man braucht einfach Geduld.“ 

Willst du ein Sportstipendium in den USA?

Linns Erfahrungen zeigen: Rekrutierung bedeutet weit mehr als nur Talent, es braucht die richtige Unterstützung, Planung und Geduld. 

Keystone Sports begleitet Athleten durch jeden Schritt des Rekrutierungsprozess, von der Orientierung bei den Divisionen über die Unterstützung bei Formalitäten bis hin zur Wahl der richtigen Universität. Mit mehr als 15.000 begleiteten Student-Athletes sind wir Europas führende Agentur im College-Sport-Recruiting. 

Mit der richtigen Unterstützung ist dein Traum vom College-Sport in den USA greifbar nah. Fülle einfach unser kostenloses Formular aus und unsere Experten melden sich bei dir. 

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Lorena Montañés

ÜBER DIE AUTORIN

Lorena Montañés

Lorena Montañés, SEO-Spezialistin bei Keystone Sports, spielte DI-Fußball an der California State University in Fresno, und machte nebenher Abschlüsse in Massenkommunikation & Journalismus, und Psychologie. Später schloss sie einen MBA in Business Analytics ab, während sie an einer Division-II-Universität als Trainerin arbeitete. Jetzt ist es ihr Ziel, andere studentische Sportler zu ermutigen, ihre Träume zu verwirklichen und eine lebensverändernde Erfahrung zu machen.

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