Burnout bei Student-Athletes
Was dahintersteckt und wie man ihn vermeiden kann mit Sarah Borwell und Dr. Darren Treasure
Der Weg zum Erfolg als Student-Athlet in den Vereinigten Staaten ist oft deutlich komplexer, als es von außen scheint. Hinter Trophäen, Wettkämpfen und begehrten Sportstipendien verbirgt sich eine Realität, die selbst die talentiertesten Athleten aus der Bahn werfen kann: Burnout.
Bei Keystone Sports wissen wir, dass die Zusage für ein Stipendium nur der erste Schritt ist. Entscheidend ist die langfristige Entwicklung des Athleten: sportlich, akademisch und mental. Um das Thema Burnout bei Student-Athleten genauer zu beleuchten, haben wir zwei ausgewiesene Experten zusammengebracht:
Sarah Borwell, ehemalige WTA-Spielerin und College Placement Consultant bei Keystone Sports, sowie Dr. Darren Treasure, Sportpsychologe im Hochleistungssport und Director of Mental Performance im Keystone Sports Performance Program.
Typische Anzeichen von Burnout bei Student-Athletes
Ein häufiges Warnsignal für Burnout ist laut Sarah Borwell, dass Athleten zunehmend aufhören, eigene Entscheidungen zu treffen.
„Als Juniorin habe ich den Wettkampf ehrlich gesagt nicht besonders genossen. Ich empfand ihn als sehr stressig und war oft sehr angespannt. Meine Eltern haben mich nie gedrängt, aber ich selbst hätte mich wahrscheinlich nicht dafür entschieden, an einem Turnier teilzunehmen“, erinnert sich Sarah. Trotzdem spielte sie später Grand Slams und feierte große Erfolge. Ein Beispiel dafür, wie weit Athleten trotz innerer Belastung kommen können, ohne dass diese nach außen sichtbar wird.
Dr. Darren Treasure beschreibt Burnout als einen schleichenden Prozess. „Je näher man dem Burnout kommt, desto öfters beginnt man sich zu fragen, warum man das alles überhaupt macht. Die Stimmung wird zunehmend negativer oder schwankt stark. Die eigene Motivation wird infrage gestellt. Das ist das erste psychologische Anzeichen.“
Körperliche Anzeichen von Burnout bei Sportlern
Dr. Darren Treasure erklärt, dass es durchaus körperliche Anzeichen für Burnout gibt. Zunächst ist jedoch wichtig zu verstehen, dass vieles von dem, was als Burnout bezeichnet wird, in Wirklichkeit Übertraining ist. „Auf diesem Kontinuum ist Übertraining das, was die meisten Menschen erleben, wenn sie ihre körperliche und physiologische Belastungsgrenze überschreiten“, so Treasure.
Echtes Burnout kann hingegen weitreichendere Folgen haben: Das Immunsystem wird geschwächt, hormonelle Prozesse geraten aus dem Gleichgewicht und Betroffene werden anfälliger für Krankheiten. Der Körper sendet klare Warnsignale, dass er nicht mehr mithalten kann. Während sich Übertraining meist durch eine kurze Pause ausgleichen lässt, erfordert ein tatsächliches Burnout oft eine deutlich längere Auszeit.
Körperliche Anzeichen von Burnout bei Sportlern
Dr. Darren Treasure erklärt, dass es durchaus körperliche Anzeichen für Burnout gibt. Zunächst ist jedoch wichtig zu verstehen, dass vieles von dem, was als Burnout bezeichnet wird, in Wirklichkeit Übertraining ist. „Auf diesem Kontinuum ist Übertraining das, was die meisten Menschen erleben, wenn sie ihre körperliche und physiologische Belastungsgrenze überschreiten“, so Treasure.
Echtes Burnout kann hingegen weitreichendere Folgen haben: Das Immunsystem wird geschwächt, hormonelle Prozesse geraten aus dem Gleichgewicht und Betroffene werden anfälliger für Krankheiten. Der Körper sendet klare Warnsignale, dass er nicht mehr mithalten kann. Während sich Übertraining meist durch eine kurze Pause ausgleichen lässt, erfordert ein tatsächliches Burnout oft eine deutlich längere Auszeit.
Treasure ergänzt eine wichtige Beobachtung:
„Ich glaube tatsächlich, dass Burnout häufig physiologisch beginnt, weil Sportler sehr gut darin sind, ihre Gefühle umzudeuten. Schwimmer sagen zum Beispiel: ‚Ich bin müde, aber so sollte ich mich fühlen.‘ In Wahrheit ist ihr Körper jedoch bereits überlastet. Ihre mentale Stärke und die Gewohnheit, zweimal täglich zu trainieren, lassen sie glauben, Erschöpfung gehöre einfach dazu. Langfristig ist das jedoch nicht nachhaltig.“
Einzel- vs. Mannschaftssport und das Burnout-Risiko
Einzelsportler sind laut Dr. Treasure grundsätzlich anfälliger für Burnout als Teamathleten. Der Grund liegt auf der Hand: Wer allein trainiert, ob im Schwimmen, Tennis oder Golf, kann theoretisch immer noch mehr machen. Noch eine Stunde im Fitnessstudio, noch eine Einheit auf der Bahn.
In Mannschaftssportarten setzt dagegen die Teamstruktur natürliche Grenzen. Zudem wirkt die Gruppendynamik als sozialer Schutzfaktor, der die mentale Gesundheit stärkt.
Gibt es Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Athleten?
Aus Treasures Erfahrung heraus tragen insbesondere junge Sportlerinnen ein erhöhtes Risiko. „Ganz allgemein gesprochen sind viele weibliche Nachwuchsathletinnen sehr diszipliniert, strukturiert und verfügen über eine außergewöhnliche Leistungsmentalität. Genau das kann jedoch zur Herausforderung werden, weil sie häufiger eine ‚Wir können noch mehr tun‘-Haltung entwickeln.“ Hinzu kommt, dass junge Sportlerinnen oft in stark strukturierten Trainingsumfeldern aktiv sind, was den wahrgenommenen Leistungsdruck erhöhen und langfristig zu Erschöpfung führen kann.
Der Übergang aufs College als eine mentale Herausforderung
Viele Athleten kommen bereits stark belastet auf den Campus, nachdem sie im Vorfeld bereits intensiv auf ihr College-Ziel hingearbeitet haben.
„Das erste Jahr ist anspruchsvoll, besonders das erste Semester. Es passiert unglaublich viel gleichzeitig und diese Phase muss gut begleitet werden“, erklärt Treasure.
Athleten mit Sportarten im Herbstsemester fällt der Einstieg häufig leichter, da sie sofort in eine klare Struktur eingebunden sind: Training, Wettkämpfe, feste Abläufe. Wenn die Hauptsaison allerdings im Frühjahr ist, bietet das erste Semester oft ungewohnte Freiheit und genau diese kann zunächst überfordern.
Sarah Borwell betont jedoch die langfristige Perspektive:
„Im dritten Jahr sieht man oft, wie Athleten richtig aufblühen. Sie kennen ihren Trainer, verstehen die Teamkultur und haben den Kulturschock überwunden, weit weg von zu Hause zu sein.“
Wie sich Burnout bei Student-Athletes vorbeugen lässt
Erholung bedeutet nicht Trainingsverzicht, denn sie ist ein essenzieller Bestandteil von Leistungsentwicklung. Im Keystone Sports Performance Program lernen Athleten deshalb, Regeneration als festen Teil ihres Trainings zu betrachten.
Der wichtigste Faktor ist Schlaf.
„Das ist die effektivste Maßnahme, um sich psychologisch, emotional und körperlich zu erholen“, sagt Treasure.
Auch kurze Nickerchen können helfen:
„Ich ermutige Sportler, wenn möglich ein 20- bis 30-minütiges Nachmittagsschläfchen einzuplanen. Die Forschung zeigt klar, wie stark sich das auf Leistungsfähigkeit und Erholung auswirkt.“
Darren Treasure betont außerdem die Bedeutung individueller Regenerationsstrategien:
„Es geht darum herauszufinden, was dir persönlich hilft. Musst du abschalten? Dich bewusst ablenken? Freunde treffen, ins Kino gehen oder einfach kurz etwas ganz anderes machen? Entscheidend ist, dass Regeneration Teil deines täglichen, wöchentlichen und monatlichen Plans wird.“ Ohne eine solche Strategie, wird das System irgendwann zusammenbrechen, denn Hochleistung bedeutet nicht nur, Energie einzusetzen, sondern sie klug zu managen.
Warum kontinuierliche Unterstützung so wichtig ist
Sarah Borwell unterstreicht die Bedeutung fortlaufender Unterstützung:
„Sobald Athleten in den USA sind, kommunizieren Trainer selten direkt mit den Eltern über Sorgen oder Probleme. Vieles wird intern gelöst und Eltern fühlen sich dadurch oft außen vor.“ Hier kann Keystone Sports unterstützen, etwa durch den Austausch mit Trainern und die Nachfrage nach dem körperlichen und mentalen Wohlbefinden der Athleten.
Gleichzeitig sollten Sportler lernen, für sich selbst einzustehen:
„Gute Kommunikation ist entscheidend. Wenn eine wichtige Prüfung ansteht und der Stress steigt, sollte man den Mut haben zu sagen: ‚Kann ich einen Tag frei nehmen?‘ Manche fürchten, dadurch zurückzufallen, aber ein oder zwei Tage Erholung können genau das sein, was der Körper braucht.“
Das Keystone Sports Performance Program
Das Keystone Sports Performance Program wurde entwickelt, um Student-Athletes während ihrer College-Zeit ganzheitlich zu begleiten und ihnen zu helfen, ihr volles Potenzial zu entfalten.
Initiiert wurde es von zwei international renommierten Experten:
Dr. Darren Treasure, Professor für Sportpsychologie und Berater für mentale Leistungsfähigkeit, sowie Clive Brewer, Spezialist für Sportwissenschaft und Athletiktraining.
Das Programm vermittelt fundiertes Wissen zu Training, mentaler Stärke, Ernährung, Sportmedizin und strategischer Regeneration. Über eine digitale Plattform erhalten Athleten Zugang zu professionellen Tools, mit denen sie sowohl ihre Leistung als auch ihr Wohlbefinden nachhaltig verbessern können.
Ziel ist es, junge Menschen nicht nur sportlich, sondern auch akademisch und beruflich bestmöglich aufzustellen.
Abschließender Rat für Athleten
Für Sarah Borwell sind Balance und soziale Beziehungen entscheidend: „Meine Freunde und das Wissen, ein Ventil außerhalb des Sports zu haben, haben mich getragen.“ Zudem plädiert sie für Qualität statt Quantität im Training: „Ich trainiere lieber eine Stunde mit hoher Intensität, als das Training unnötig auf mehrere Stunden auszudehnen.“ Ihr Rat ist klar: „Nimm dir bewusst Zeit für schöne Dinge. Geh mit Freunden ins Kino und pflege das Sozialleben. Durch den Sport entstehen Freundschaften fürs Leben.“
Dr. Treasure fasst zusammen: „Ruhe und Erholung sind unverzichtbare Bestandteile von Spitzenleistung. Ohne einen mentalen Regenerationsplan wird das System früher oder später an seine Grenzen stoßen.“
Burnout bei studentischen Sportlern ist real, aber auch vermeidbar. Entscheidend ist, den Geist mit derselben Sorgfalt zu trainieren wie den Körper. Bei Keystone Sports endet das Engagement nicht mit der Vermittlung eines Stipendiums: Mit unserem Performance Program geben wir jungen Athleten die psychologischen und physischen Werkzeuge an die Hand, die sie für ein erfolgreiches College-Leben benötigen.
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